Currywurst bekommt nun eigenes Museum

14. August 2009 – 23:39 Uhr - Kurioses

Currywurst-Museum

Was als beinahe Food der kleinen Menschen begann, wird jetzt sogar in Gourmet-Tempeln serviert: Die einzigartige Story des deutschen Kulturguts Currybratwurst präsentiert jetzt ein Berliner Schaushaus. Manchem Ernährungsexperten dürfte die Glorifizierung des fettigen Snacks übel aufstossen. Als Appetitanreger quasi führt ein stilisierter Ketchup-Faden durch eine Multi- Media-Ausstellung, die den Besucher auf 1100 qm mit allen Sinnen ansprechen möchte.

In einer Würzkammer kann er die vielen Variationen von Curry erschnuppern. In einer begehbaren Imbissstube kann er in Erinnerungen an die armen Würstchen schwelgen, die im Dienst der TV- Unterhaltung von den „Drei Damen vom Grill“ in die Tiegel gehauen wurden. Meike-Marie Thiele hat die Ausstellung konzeptioniert und hält die Entstehungszeit der Wurst für maßgeblich: 1949. Der Zweite Weltkrieg war nahezu vorüber, die Berlin-Blockade hatte hungrige Hauptstädter hinterlassen und der Schwarzhandel blühte:

“Das war eine ganz spannende und turbulente Phase in Berlin”, sagt sie. “Die Currybratwurst ist ebenso aus einem kreativen Beziehung mit dieser Lage, mit dem Defizit in der Nachkriegszeit entstanden und das wollen wir ausführen.” Wie die ursprüngliche Currybratwurst weiterentwickelt wurde, zeigt ein Glasschrank. Beliebte Wurst- und Menüvariationen werden aufgetischt: Von der Berliner Variante mit Wursthaut und Schrippe bis zum sogenannten „Taxiteller“, der neben Wurst und Pommes ebenso Gyros und Tsatsiki beinhaltet.

Ein abgetrennter Raum widmet sich den der Tunke zugrundeliegenden Gewürze. Das Kochrezept der „Chillup“-Sosse allerdings erfährt der Besucher nicht, denn die 1999 verstorbene Heuwer verriet es nie. Mit grossen profitieren rechnen die Initiatoren des Currybratwurst-Ausstellungshauses nicht. “Wir nehmen das tendenziell sportlich”, sagt der Vertreter Martin Löwer. “Es ist ein witziges Thema und ein interessantes.” Etwa Zwanzig Freunde, Bekannte und Currybratwurst-Anhängern konnte der Berater für sein jejekt gewinnen. Rund Fünfzig Mill. EUR liess sich die Gruppe das Ausstellungshaus kosten.